VBIO-Newsletter 42/2019

 

wenn Schmetterlinge sprechen könnten, könnten sie uns vielleicht erzählen, wie sich die Dinosaurier angehört haben. Ohren hatten sie da nämlich schon. Was Nachtfalterohren mit Fledermäusen zu tun haben, hat jetzt ein internationales Forscherteam mit Hilfe fossiler Schmetterlinge untersucht und einen neuen Stammbaum erstellt, der auch aufzeigt, wann sich bei den Tag- und Nachtfaltern bestimmte Schlüsselmerkmale entwickelt haben. Reisen wir weiter in der Zeit und kommen wir zur Evolution der Landpflanzen. Hier wurden mit Hilfe enormer Rechentechnik, die aktive Gene von mehr als 1.000 Grünalgen, Moosen, Bärlappgewächsen, Farnen, Nacktsamern und Blütenpflanzen analysiert. Gezeigt hat sich, dass auch manchmal weniger mehr ist und Reduktion ein evolutionärer Vorteil sein kann.

Auf jeden Fall weniger ist die Artenvielfalt der Regenwürmer in den Tropen. Obwohl die Biodiversität hier oberirdisch weitaus größer ist, gibt es in unseren Breiten deutlich mehr Regenwurmarten. Die „Ökosystem-Ingenieure“ könnten auch noch eine wichtige Rolle beim Klimawandel spielen, denn hier muss auch die unterirdische Artenvielfalt geschützt werden.

Sie möchten im Winter auch gerne im warmen Afrika sein? Der Traum, den sich Zugvögel im kalten Winter erfüllen, lohnt sich jedoch nicht immer. Sanderlinge haben eine geringere Überlebenschance wenn sie zum Überwintern nach Westafrika fliegen. Und wenn Sie jetzt das Urlaubsfieber packt und Sie auch gerne Meeresfrüchte verzehren, sollten Sie sich über Vibrio parahaemolyticus informieren, ein Krankheitserreger aus dem Meer, der mit „Abenteurer“-Zellen für seine Verbreitung sorgt.

Wir wünschen Ihnen schöne Feiertage.

Ihr VBIO-Team aus Berlin

Auswahl aktueller News


    Wissenschaft Langstreckenflüge bei Zugvögeln lohnen nicht immer Ein weiter Weg ins Winterquartier lohnt sich für Zugvögel nicht immer: Sanderlinge haben eine geringere Überlebenschance wenn sie zum Überwintern nach Westafrika fliegen. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie unter Federführung von Dr. Jeroen Reneerkens (University of Groningen und Royal Netherlands Institute for Sea Research, Niederlande), an der auch der Biologe Johannes…
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    Wissenschaft Krankheitserreger aus dem Meer Im Küstenbereich der Meere lebt das Bakterium Vibrio parahaemolyticus, einer der Hauptverursacher von Magen-Darm-Infektionen beim Menschen. Ein Forscherteam um Simon Ringaard vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg untersucht, wie sich die Bakterien an die wechselnden Umweltbedingungen der Gezeitenzone anpassen. Ein spezieller Zelltyp, die „Abenteurer“-Zelle,…
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    Aktiv werden! Mitmachen beim BundesUmweltWettbewerb 2020! Der BundesUmweltWettbewerb (BUW) ist ein jährlich durchgeführter, bundesweiter Projektwettbewerb für Jugendliche und junge Erwachsene mit Interessen in den Bereichen Umwelt/nachhaltige Entwicklung. Der BUW wird seit 1990 vom BMBF gefördert und vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) organisiert und durchgeführt. Der Wettbewerb wird von der KMK…
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    Wissenschaft Lokale Regenwurm-Vielfalt in Europa größer als in den Tropen An einem Ort der gemäßigten Breiten gibt es meist mehr Regenwürmer und mehr Regenwurmarten als an einem Ort gleicher Größe in den Tropen. Der Klimawandel könnte das Vorkommen von Regenwürmern und ihre Funktionen für Ökosysteme weltweit verändern. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Studie, die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde. Für die Studie…
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    Wissenschaft Ausgestorbene Krim-Eidechse war Italiener Ein 120 Jahre altes Sammlungsstück einer „Krim-Eidechse“ wurde von Senckenberg-Forschern gemeinsam mit einem ukrainischen Kollegen untersucht. Die Tiere galten bislang als eine nur auf der Halbinsel vorkommende Smaragdeidechse. Mittels Erbgut-Untersuchungen konnte das Team zeigen, dass es sich bei den Reptilien stattdessen um eine aus Italien eingeführte Art handelt. Die Ergebnisse…
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    Wissenschaft Genmutation verantwortlich für Trennung der Gehirnhälften Eine Genmutation ist dafür verantwortlich, dass die beiden Gehirnhälften von Fruchtfliegen getrennt bleiben und der Informationsaustausch zwischen rechter und linker Gehirnhälfte nicht funktioniert. Das hat eine Arbeitsgruppe um Rashmit Kaur und Thomas Hummel vom Department für Neurobiologie der Universität Wien in einer aktuellen Studie herausgefunden.
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    Wissenschaft Zeitreise durch die Evolution der Landpflanzen Über neun Jahre hat ein internationales Forschungskonsortium sämtliche aktive Gene von mehr als 1.000 Grünalgen, Moosen, Bärlappgewächsen, Farnen, Nacktsamern und Blütenpflanzen mittels enormer Rechentechnik analysiert, Gene und Genfamilien in Stammbäumen angeordnet und die pflanzlichen Verwandtschaftsbeziehungen entschlüsselt. Die in der Fachzeitschrift „Nature“ erschienene Publikation…
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    Hochschule Auftakt der DFG-Fachkollegienwahl – Online Voting Auftakt der Fachkollegienwahl 2019 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG):
Bis zum Montag, den 18. November, 14 Uhr, können rund 150 000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland online ihre Vertreterinnen und Vertreter für die Fachkollegien der DFG wählen, die eine zentrale Rolle im System der wissenschaftlichen Selbstorganisation und bei der Beurteilung von…
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    Wissenschaft Von Nachtfalterohren und Fledermäusen: Die Evolution der Schmetterlinge im neuen Licht Der größte jemals von einem internationalen Expertenteam genutzte Datensatz zur Analyse der Evolution der Tag- und Nachtfalter erbrachte ein völlig überraschendes Ergebnis: „Ohren“ als Schlüsselmerkmale innerhalb der Gruppe der Nachtfalter entstand neun Mal im Verlauf der Evolution dieser Insektengruppe unabhängig voneinander. Allein vier Mal unabhängig voneinander traten Hörorgane…
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    Wissenschaft Dramatischer Abwärtstrend bei den Feldvögeln hält an – Analyse der DO-G Die Bestandsrückgänge von Rebhuhn, Kiebitz, Feldlerche und vielen weiteren Vogelarten der Agrarlandschaft halten nicht nur an, sie haben sich in den letzten Jahren sogar weiter beschleunigt. Dies geht aus der Analyse einer Fachgruppe der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) hervor.
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